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Bewusst essen – Wie wir unser intuitives Essverhalten und Körperbewusstsein zurückgewinnen

Unwohlsein, Verdauungsbeschwerden und Übergewicht, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder chronische Erkrankungen: Das Bewusstsein darüber, wie jeder Mensch über die Ernährung nicht nur sein Gewicht, sondern auch sein seelisches Wohlbefinden und seine Gesundheit selbstverantwortlich beeinflussen kann, ist uns abhanden gekommen. Doch wir können ein gesundes Gefühl für die Signale unseres Körpers und eine achtsame Verbindung zu ihm wiederfinden. Ohne Regeln und Dogmen, sondern durch Bewusstheit und ein individuelles Gespür für die passenden Lebensmittel.

Alles, was wir unserem Körper und Geist zuführen, hat eine Wirkung auf unser menschliches System. So auch die Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen. Es lohnt sich daher, einmal zu überprüfen und zu hinterfragen, was genau wir unserem Körper eigentlich liefern und ob er die richtigen Nahrungsbausteine erhält.

Wir brauchen täglich Energie zur Regeneration neuer, gesunder Zellen und zur Erhaltung unserer lebenswichtigen Stoffwechselprozesse. Deshalb benötigen wir eine ausreichende Zufuhr und Vielzahl gesunder Stoffe, wie zum Beispiel Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Aminosäuren.  

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist jedoch meist nicht gegeben. Eine Hauptursache ist, dass wir uns zu einem Großteil von natürlichen Nahrungsmitteln entfernt haben und stattdessen zu viele industriell verarbeitete Lebensmittel konsumieren, die nur noch einen geringen Nährwert haben.

Zur Natürlichkeit und damit zu „reinen“ Lebensmitteln zurückkehren

Die negativen Auswirkungen industriell verarbeiteter Lebensmittel sind lange bekannt: Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, schlechtere Blutwerte und Übergewicht sowie Magen- und Darmbeschwerden. Ebenso psychische Effekte wie depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, mangelnde Konzentration und Abgeschlagenheit.

Die mangelhafte Qualität sowie Chemikalien und Zusatzstoffe in unseren Nahrungsmitteln tragen dazu bei, dass wir das natürliche Geschmacks- und Sättigungsgefühl sowie das intuitive Gespür für unseren Körper und die Signale, die er uns sendet, verlieren. 
Durch eine ungesunde Ernährungsweise schaden wir unserem Körper, unserem Gehirn und beeinflussen damit auch unsere Stimmung und geistige Haltung in ungesunder Form. Denn die Zusätze in unserem Essen beeinträchtigen unter anderem unseren Hormonhaushalt, der wiederum eine große Wirkung auf unser Körpergewicht und unsere Psyche hat.

Im Folgenden finden sich Empfehlungen für eine bewusste und gesunde Ernährungsweise, die sich an allgemein gültigen Richtlinien sowie am Ayurveda* orientieren.

Welche Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln sind bedenklich?

Transfettsäuren
Gemeint sind hier die Transfette, die als Nebenprodukt industrieller Prozesse auftreten. Wie bei der Härtung von Fetten, der Raffination von Ölen oder dem Frittieren von Lebensmitteln. Zum Beispiel in Margarine, Pommes, Chips, Keksen oder raffinierten Ölen. Transfettsäuren begünstigen Übergewicht und steigern das Herzinfarktrisiko.

Künstliche Geschmacksverstärker und Aromastoffe
Zu finden in Softdrinks, Fruchtjoghurt, Pudding, Tiefkühlgemüse, Fertigpizza, Kakaopulver sowie in zahlreichen Milchprodukten.
Statt eine große Menge unverarbeiteter Produkte zu verwenden, die den natürlichen Geschmack gewährleisten, ist es billiger und weniger aufwendig, künstliche Aromen und Geschmacksverstärker hinzuzufügen. Um Geschmacksverluste auszugleichen werden wiederum Geschmacksverstärker eingesetzt. Diese chemischen Stoffe manipulieren unseren natürlichen Geruchs- und Geschmackssinn. Einige Aromen können krebserregend, toxisch und erbgutverändernd wirken.

Künstliche Farbstoffe
Sind Nachbildungen von Substanzen, die in der Natur vorkommen, oder gänzlich synthetische Verbindungen. Sie gelten als Allergieauslöser und stehen in Verdacht Krebs auszulösen.
Natürliche Farbstoffe, die aus Pflanzen oder Tieren gewonnen werden, sind zum Beispiel: Carotinoide, Beerenfarbstoffe (Anthocyane), Beten-Farbstoffe (Betanin) und Farbstoffe von Gewürzen wie Paprika, Safran und Gelbwurzel (Curcumin).

Konservierungsstoffe (Mit E-Nummer gekennzeichnet)
Zum Beispiel in Limonaden, Burger, Ketchup, Backmischungen, vorgefertigtem Müsli, Marmeladen, Spirituosen, Fleisch oder abgepacktem Brot. Sie dienen dazu, die Produkte länger haltbar zu machen.

Viele der Stoffe gelten als krebserregend und können beispielsweise zu verstopften Blutgefäßen, Kopfschmerzen und allergischen Reaktionen führen.
Stattdessen auf traditionelle Haltbarmachung wie räuchern, trocknen, vakuumieren zurückgreifen. Unbedenkliche Konservierungsstoffe sind: Kalium-, Natrium- und Calciumacetat (E 261 bis E 263) sowie Milchsäure (E 270), Kohlendioxid (E 290), Apfelsäure (E 296) und Fumarsäure (E 297). Diese Stoffe kommen in der Natur vor und werden vom menschlichen Organismus verstoffwechselt.

Antibiotika
Werden meist prophylaktisch vor allem in der Massentierhaltung eingesetzt. Krankmachende Bakterien (z.B. Salmonellen) können bei den Tieren Antibiotikaresistenzen entwickeln, die dann über die Nahrung auf den Menschen übertragen werden. Sie beeinträchtigen unsere natürliche Darmflora und gefährden die Wirkung der Antibiotika, die wir im Krankheitsfall selbst einnehmen.

Bisphenol A
Enthalten in Plastikfalschen und Plastikverpackungen. Trägt zu Unfruchtbarkeit bei und wirkt sich negativ auf den Hormonhaushalt des Menschen aus. Stattdessen beispielsweise auf Getränke in Glasflaschen ausweichen.

Aluminium
Gelangt ins Essen oder in unser Trinkwasser, wenn sich die Beschichtung in Leitungen, Konserven, Getränkedosen und Kochgeschirr löst. Kann zu Blutarmut, Muskelschmerzen, Osteoporose oder Entzündungen der Nieren und Leber führen.

Pestizide & Fungizide
Werden in hohem Niveau hauptsächlich in konventioneller Landwirtschaft im Obst- und Gemüseanbau verwendet und sind im hohen Maße in Paprika, Trauben, Äpfeln, Tomaten und Salaten zu finden. Pestizide können ursächlich für Parkinson sein, wirken sich auf die Fruchtbarkeit aus und begünstigen diverse andere chronische Erkrankungen. Bio-Produkte sind dagegen in der Regel zuverlässig pestizid-und fungizid frei. 

Industriezucker
Zum Beispiel in Soft-Drinks, Süßigkeiten, Fertiggerichten, gefertigten Feinkostsalaten sowie Soßen, Aufstrichen und Marmeladen, Tütensuppen oder abgepacktem Brot.
Zucker ist meist „getarnt“ und kann durch die Angabe der Menge an Kohlenhydraten erkannt werden. Industriezucker enthält aufgrund seiner Verarbeitung keine Nährstoffe mehr und hat eine sehr hohe Kaloriendichte. Ebenso aktiviert eine vermehrte Zuckerzufuhr das Hormon Insulin, wodurch der Insulinspiegel im Blut ansteigt und der Fettverbrennungsprozess im Körper unterbrochen wird. Ein erhöhter Insulinspiegel kann entzündungsfördernd wirken und die Entstehung chronischer Krankheiten wie Diabetes, chronischer Magen-und Darmerkrankungen oder Alzheimer begünstigen.

Doch was brauchen wir stattdessen?

Nötig ist eine geistige Rückbesinnung darauf, was uns die Natur als reine Produkte zur Verfügung stellt und dass unser Körper mehr nicht braucht, um sich gesund und vital zu erhalten. Und je frischer, bekömmlicher und nährstoffreicher die Nahrungsmittel sind, desto gesünder für unseren Körper. Unser Essen sollte daher leicht verdaulich sein und aus möglichst hochwertigen, unbehandelten, natürlichen Lebensmitteln bestehen.

Ist das Bewusstsein darüber geschaffen, was tatsächlich unserer Nahrung beigefügt ist, geht es in einem weiteren Schritt darum, die eigenen Gewohnheiten und Neigungen zu überdenken. Ein erster Schritt ist, Lebensmittel, in denen genannte schädliche Stoffe enthalten sind, nicht mehr zu kaufen und auf natürliche Produkte umzusteigen.

Auf diese gesünderen Naturprodukte kann zurückgegriffen werden:

  • Natürliches Mineralwasser von guter Qualität, Quellwasser
  • Direktsäfte mit 100% Fruchtgehalt (wer auch Fruchtzucker in seinem Speiseplan minimieren möchte, sollte Säfte nur selten konsumieren)
  • Qualitativ hochwertige Öle (Leinöl, hochwertiges Olivenöl, Sesamöl oder Ghee)
  • Vollkornprodukte (Nudeln, Reis, Brot. Zum Backen auch Vollkornmehl, Buchweizen-, Kichererbsen- oder Reismehl)
  • Den Konsum von „schweren“ Nahrungsmitteln wie Milch- und Fleischprodukten stark reduzieren (z.B. nur 1x wöchentlich) und beim Verzehr auf Bio-Qualität sowie artgerechte Tierhaltung achten. Als pflanzliche Milch können zum Beispiel Hafer- oder Mandelmilch verwendet werden. Beim Kochen Kokos- oder Reismilch
  • Stattdessen auf mehr Hülsenfrüchte wie Erbsen, Kichererbsen, Linsen, Bohnen, Mungbohnen, auch auf Psyeudogetreide und Flocken wie Haferflocken, Quinoa und Hirse oder Polenta (nahrhaft und sattmachend) und Amaranth zurückgreifen
  • Frisches, saisonales und lokales Bio-Obst und Bio-Gemüse (viele Bio-Bauernhöfe bieten einen Lieferservice an)
  • „Bunt“ essen, das heißt bei Gemüse und Obst auf verschiedene Farben und somit unterschiedliche Sorten zurückgreifen. Dabei besonders auch die grünen Sorten auf den Speiseplan setzen (Salat, Brokkoli, Avocado, Grünkohl, Bohnen, Spinat). Grünes Gemüse ist reich an Antioxidantien, Folsäure und Vitaminen sowie Ballaststoffen.
  • Bio-Beeren (allen voran Blaubeeren, Himbeeren und Erdbeeren)
  • Sprossen (Kresse, Bockshornklee, Sojasprossen)
  • Kerne (Sonnenblumen- und Kürbiskerne)
  • Samen (Leinsamen, Hanfsamen, Sesamsamen)
  • Nüsse (Macadamia, Mandeln, Cashewnüsse, Walnüsse)


Weitere Grundempfehlungen:

  • Pausen zwischen den Mahlzeiten einlegen
  • Mittags die größte Mahlzeit essen, abends etwas leichtes und bekömmliches essen
  • Täglich möglichst viele verschiedene Geschmacksrichtungen in den Speiseplan integrieren
  • Auf alkoholische Getränke verzichten oder den Konsum einschränken
    (neben den altbekannten ungesunden Eigenschaften von Alkohol enthalten alkoholische Getränke viele unnötige Kalorien und schüren den Appetit).
  • Auf die Gesamtkalorienzufuhr des Tages achten.
    Für Menschen, die abnehmen möchten, ist es nicht nötig, beispielsweise komplett auf Kohlenhydrate oder Fett zu verzichten. Sondern es zählt die Tagesbilanz an Kalorien.
    Wer über einen längeren Zeitraum mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Wer über einen längeren Zeitraum weniger Kalorien zu sich nimmt, als er am Tag verbrennt, nimmt ab.
  • Rezepte sollten eine hohe Bandbreite an Nährstoffen abdecken und eine gute Kombination aus gesunden Fettsäuren, Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Proteinen vereinen. Dazu gibt es vielzählige Bücher und Kochvorschläge im Handel
  • Sich wieder mehr Zeit für die Hauptmahlzeiten nehmen und bewusst im Moment verankern. Dabei hilft es, das Smartphone zur Seite zu legen, nicht vor dem Fernseher oder „nebenbei“ zu essen, sondern achtsam und gegenwärtig ganz beim Essen zu sein.
  • Bei Süßhunger auf natürliche Süße von Früchten, Datteln, Rosinen, Feigen, Bananen, Ahornsirup, Honig oder Reissüße zurückgreifen. Sich auch hier in Erinnerung rufen, dass der Süßhunger ein Ruf des Körpers nach Energie ist und es die eigene Wahl bleibt, was jetzt verzehrt wird
  • Und last but not least: Es hilft, nicht zu streng mit sich zu sein. Das 80 zu 20 Prinzip ist bei einer gesunden Ernährung vollkommen ausreichend. Das heißt, ruhig auch dem Ruf nach einem guten Burger, einer qualitativen Pizza oder ein paar Lieblingssüßigkeiten nachgeben und dann ohne schlechtes Gewissen genießen.

Unterstützung bei der Umsetzung

Eine ganzheitliche Ernährungsberatung in Hamburg bietet zum Beispiel Janne Heinssen, Yogalehrerin und Ernährungsberaterin, an. Der Kontakt ist auf dieser Website im Bereich „Honorar“ unter „Links“ zu finden.

*Ayurvedische Ernährung: Ayurveda ist eine jahrtausendealte ganzheitliche Wissenschaft vom Körper, dem Geist, der Seele und Psyche des Menschen. Professionelle und ärztlich geführte ayurvedische Praxen gibt es in jeder größeren Stadt. 

Maßnahmen aus dem Ayurveda können dabei helfen, den Körper zu entgiften und zu regenerieren. In einer Ayurveda-Beratung wird der individuelle Konstitutionstyp bestimmt und es werden genau die Lebensmittel ermittelt, die für den eigenen Stoffwechsel gegenwärtig am dienlichsten und gesündesten sind. Daraus ergeben sich auf die Person abgestimmte und genau zugeschnittene Ernährungsempfehlungen.

Wer seinen Körper darüber hinaus einmal einer Grundreinigung unterziehen möchte, dem sei eine Ayurveda-Kur (z.B. Pancha-Karma-Kur) empfohlen. Bei diesen Kuren findet auch eine Klärung auf psychisch-seelischer Ebene statt.

Hypnose: Nicht außer Acht zu lassen sind die Hürden im Kopf verbunden mit negativen und unbewussten Gefühlen und Prägungen, die daran hindern können, die Ernährungsumstellung anzugehen, wieder bewusst zu essen oder einen natürlichen Gewichtsverlust zu erleben. Gerne unterstütze ich Sie bei der Klärung dieser Aspekte. Weitere Details zum Thema finden Sie auch unter Gewichtsreduktion und Hypnose.