Sie sind hier: Blog

Wie hilft Hypnose bei Traumaverarbeitung?

Traumatherapie + Hypnose Hamburg

Wenn wir extrem belastende Ereignisse – wie einen Unfall, eine Katastrophe, ein plötzlicher Verlust oder andauernde Belastungen wie wiederholte Gewalt durch einen anderen Menschen – erfahren, dann wird unser Gehirn mit Stresshormonen überflutet und ist mit der Verarbeitung im Moment des Geschehens überfordert. Es nutzt eine Art Notfallmodus, auch Dissoziation genannt. Dies führt dazu, dass wir während des Vorfalls gar nicht das Gefühl haben, direkt beteiligt zu sein.

Wir nehmen das Ereignis als Beobachter aus der Vogelperspektive wahr. In dem Moment, bin also nicht ich selbst derjenige, der oder die die traumatische Situation erleidet, sondern es geschieht und ich bin der Zuschauer. Es fühlt sich an, wie im Film, das Zeitgefühl geht verloren und es kann ein Taubheitsgefühl entstehen. Auch besonders schöne Erfahrungen können diesen Zustand auslösen. Wir kennen dieses Phänomen auch in angenehmen Situationen durch die so genannten „Alltagstrancen“. Etwa, wenn wir uns in ein Buch vertiefen, ganz in der Musik aufgehen, Tagträumen oder beim Autofahren.

In bedrohlichen Situationen handelt es sich um einen sinnvollen und notwendigen Schutzmechanismus für unsere Psyche. Die Zusammenarbeit zwischen dem Gefühlszentrum (Amygdala) und dem Bewertungssystem (Hippocampus) ist dann gestört. In der Regel werden belastende Ereignisse daraufhin jedoch in den darauffolgenden Wochen von unserem Gehirn auf natürliche Weise verarbeitet. Das neu Erlebte wird in das bereits zuvor Erlebte eingefügt und in unserem Bewusstsein als Erfahrung abgespeichert.

Die posttraumatische Belastungsreation

Nach traumatischen Erfahrungen kann es im Anschluss des Ereignisses jedoch passieren, dass die Verarbeitung im Hippocampus blockiert und das Erfahrene dadurch nicht in den zeitlichen Kontext (Hippocampus) eingeordnet werden kann. Erinnerungen, Gefühle und Körperreaktionen werden fragmentiert in der Amygdala gespeichert werden. Dies unterliegt nicht unserer bewussten Entscheidungskraft, sondern liegt nicht in unserer eigenen Hand. Die Erfahrung bleibt dann abgespalten und kann nicht angemessen als Lebenserfahrung integriert werden.

Hohe Bedrohung, Schmerz, fehlende soziale Unterstützung und das Gefühl, hilflos ausgeliefert zu sein sind die Kernfaktoren von Traumata. Dabei sind frühkindliche Traumata besonders prägend, da sie in der Entwicklungsphase auftreten. Die Folge können Ängste, Depressionen, ein vermindertes Selbstwertgefühl, chronische Erschöpfung oder Problem mit Nähe und Vertrauen sein, die zu Beziehungsproblemen führen.

Wenn die Erinnerung an das schlimme Erlebnis erst später, mitunter viele Monate oder Jahre danach hochkommt, spricht man von Flashbacks. Ebenso können Alpträume auftreten. Es fühlt sich so an, als passiere das Ereignis jetzt. Dies ist nicht kontrollierbar und oft verbunden mit Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder ständiger Alarmbereitschaft. Auch die Stimmung ist mitunter durch emotionale Taubheit, Gleichgültigkeit oder Schuldgefühle stark beeinträchtigt.

Hypnose: Ein sicherer Zugang zum Unterbewusstsein

Durch Hypnose können belastende Erlebnisse aus einer geschützten Distanz heraus neu bewertet und dem normalen Verarbeitungsvorgang im Gehirn zugeführt werden. Weil durch das Trauma blockierte Verarbeitungsprozesse im Gehirn im Zustand der Trance sanft wieder in Gang gesetzt werden, kann das Erlebte auf natürliche Weise integriert werden.

Die tiefe Trance entspannt den Körper und reguliert Herzschlag sowie Blutdruck. Das psychovegetative System fährt spürbar herunter, was zu einem Gefühl der Sicherheit und Entspannung führt. Techniken wie die Bildschirmtechnik ermöglichen es, das traumatische Ereignis wie einen Film auf einer Leinwand zu betrachten. Man bleibt Beobachter und wird nicht von den Gefühlen überflutet.

Die Hypnotherapie hilft dabei, eigene, oft vergessene Stärken und Fähigkeiten wiederzufinden und im Gehirn fest zu verankern. Dies führt dazu, dass man zukünftig an die Situation denken kann, ohne dass es einem dabei schlecht geht. Das Leben kann wieder mehr im Hier und Jetzt erfahren und genossen werden, wobei die Vergangenheit in den Hintergrund rückt und anders bewertet wird.

Weiterführende Links:

Onlinetherapie

Begleitende Therapie mit Reiki

Achtsamkeit und Meditation